Next stop Sydney …

Beinahe wäre aus dem nächsten Stopp in Sydney nichts geworden, denn die Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Cathey Pacific auf dem Flughafen in Cebu fragte nach unseren ETA für Australien, die wir nicht hatten. Wir wussten zwar, dass man für die USA und Kanada eine elektronische Reisegenehmigung (eTA/ESTA) braucht, dass man aber für Australien auch eine ETA benötigt, war uns nicht bekannt. Leider führte kein Weg daran vorbei, wir mussten vor dem Check In diese Anträge ausfüllen und auch genehmigt bekommen. Hatten wir vorher noch gedacht, mit 2,5 Stunden vor dem Abflug rechtzeitig da zu sein, schmolz diese Zeit plötzlich dahin wie ein Eiswürfel in der Wüste. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schlecht mir war. Gott sei Dank hatten wir noch unsere SIM-Karten mit genug verfügbarem Internetvolumen, so dass wir den Versuch starten konnten. Ein Krimi! Schließlich hatte Claudia die richtige Seite für die Anträge gefunden. Zuerst allerdings musste sie dort einen Account anlegen, um danach die Anträge stellen zu können. Dann musste für jeden von uns ein Antrag ausgefüllt, überprüft und abgesandt werden. Während des letzten Antrags kam die Dame von der Fluggesellschaft und fragte nach dem Fortschritt, da der Check In eigentlich gleich geschlossen würde. Auch sie war erleichtert, dass wir immerhin schon 3 Anträge gestellt hatten und für zwei Personen auch die Bestätigung per E-Mail erfolgt war.img_1652

Unsere Erleichterung war riesig, als wir schließlich unsere Bordkarten hatten und 35 Minuten vor Abflug zur Ausreise konnten.Ozeanien

Damit war der Weg frei zur dritten Station unserer Weltreise. Nach einer durchflogenen Vollmondnacht sind wir am 31. Januar morgens in Sydney gelandet. Voller Neugier auf den neuen Kontinent konnten wir die Landung kaum erwarten. Leider war der Himmel über Australien so bewölkt, dass es kaum etwas zu sehen gab. Nach der Einreise konnten wir das erste Mal nach 5 Monaten endlich wieder mit Schienenfahrzeugen fahren.

Schon in der Jugendherberge stellten wir fest, dass Sydney offenbar das Reiseziel vieler Menschen mit deutscher Muttersprache ist. Auch meine „Sprüchesammlung“ konnte ich wieder einmal vervollständigen 😉

Endlich gab es wieder richtige Frühstücksbrötchen.img_2783

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg auf eine erste Erkundungstour. Wir wollten unbedingt die Oper mit eigenen Augen sehen.

Unser Weg führte uns durch den Royal Botanic Garden und schließlich tauchte das berühmte Gebäude hinter den Bäumen auf. Wir buchten für den nächsten Tag eine Führung durch das Haus in deutscher Sprache. Auf unserem weiteren Weg kamen wir gleich an der nächsten Sehenswürdigkeit vorbei, der Sydney Harbour Bridge, die jedes Jahr zu Silvester der Hintergrund für das dortige Feuerwerk zum Jahreswechsel bildet.img_2737

Die Führung erlebten wir in einer großen Gruppe von über dreißig Personen mit der Tourleiterin Christiane, die der Aussprache nach aus Österreich zu sein schien. Es gab viel Interessantes zu hören über die Vorbereitungs- und Planungsphase – die ersten Überlegungen wurden Ende 1940 angestellt, der Bau begann 1959, die Bauzeit betrug 14 Jahre und die Kosten entwickelten sich von ca. 70 Millionen Dollar zu 100 Millionen (aber diese Summe wurde komplett durch eine Lotterie aufgebracht), den Architekten Jørn Utzon und seinen Streit mit der australischen Regierung und schließlich das Happy End (der Bau wurde noch zu Lebzeiten des Architekten ins Weltkulturerbe aufgenommen). Wir sahen die Theater- und Aufführungsräume, bekamen einen (sehr kleinen) Eindruck vom Leben im Haus und konnten sehen, wo sehr behutsam welche Veränderungen seit der Fertigstellung vorgenommen worden waren.

Am Nachmittag machten wir einen Ausflug mit der Fähre nach Watsons Bay und waren so ein klein bisschen an die Fähre nach Kladow erinnert. Allerdings ist in Sydney alles viel größer als Berlin und der Wannsee.

Am Freitag erkundeten wir am Vormittag den Markt im Viertel The Rock und am Nachmittag stand die Überquerung der Sydney Harbour Bridge auf dem Programm. Allerdings haben wir nur den normalen Fußweg genommen, es gibt aber auch Führungen, die direkt über die Bögen führen. Auf der anderen Wasserseite gibt es einen Lunapark, der für uns vor allem Dank seines freien und guten WLan nützlich war.

Für Samstag hatten wir eine Bus-Tour in die Blue Mountains gebucht, der u.a. auch einen Besuch im Featherdale Wildlifepark beinhaltete, wo es Wombats, Kängurus und Koalas zu sehen gab.img_2901img_2898img_2920img_2936

Die Blue Mountains sind eine Mischung aus Elbsandsteingebirge und Grand Canyon, nur wieder mal viel größer…

Am Abend gab es einen Kurztrip zum Observatorium Hill, dessen Pavillon in der Serie Dance Academy eine Rolle spielte. Am Fuße des Hügels war dieses Auto in einem Kreisverkehr zu finden.

Am Sonntag zeigte sich Sydney von seiner besten Wetterseite. Trotzdem besuchten wir am Vormittag zuerst das Australian Museum. Dort gab es unter dem Titel 200 Schätze wieder viel zu lernen. Der skelettierte Mann auf dem Pferdeskelett erinnerte mich an die Ausstellungen von Gunter von Hagen. Die 5 Herren erfanden das WLan. Die Geschichte der Aborigines kann einen eher betroffen machen. In den oberen Etagen gab es in jüngerer Zeit ausgestorbene Tiere zu sehen, aber auch die bei Kindern so beliebten Saurier.

Am Nachmittag waren wir am Bondibeach. Die Wellen waren im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Zum Abschluss sind wir noch ein Stück auf dem Bondi Beachwalk gewandert und haben versucht uns vorzustellen in welcher Richtung Berlin und wo Neuseeland liegt.

Auf dem Weg zum Flughafen sah ich noch zwei Plakate im Zug, die mein Herz als Schienenverkehrsfreund erfreuten.

Sydney bleibt in meiner Erinnerung als eine Großstadt mit vielen aufregenden Sehenswürdigkeiten und einem erstaunlichen Umland. Aber die Menschen erschienen mir nach 5 Monaten lockeren und freundlichen Palawenos als überaus streng und mit dem merkwürdigen Humor der Sydneyer sind wir alle eher nicht so klar gekommen.

Mittlerweile sind wir bei unserer vierten Station in Neuseeland angekommen, haben auf dem Flughafen die Biohazardkontrolle ohne Beanstandung passiert, unser Auto in Empfang genommen, uns auf den Linksverkehr eingestellt und eine komplette Campingausrüstung gekauft. Nach zwei Übernachtungen mit AirBNB in Auckland campen wir jetzt auf dem Zeltplatz Trounson Kauri Park.img_3018

Am Abend sind wir im Dunkeln mit einer mit rotem Tuch verhüllten Lampe durch den Wald geschlichen in der Hoffnung, Kiwis zu sehen.img_3021

Das hat allerdings bisher nicht geklappt, sie sollen sehr scheu sein. Da hier im Nationalpark WiFi freie Zone ist, werde ich morgen früh, wenn ich zum Supermarkt fahre, versuchen, diesen Beitrag abzusenden.

Advertisements

Abschied und Aufbruch

Vorgestern haben wir die Insel Palawan verlassen.img_2690

Bevor ich das Flugzeug nach Cebu -unserem Zwischenaufenthalt vor dem Weiterflug nach Sydney – bestieg, dachte ich eher nach vorn – was wird uns in Ozeanien erwarten? Aber als der Flieger auf der Rollbahn am Zaun zum National Highway vorbeifuhr und ich die Straße sah, von der aus ich oft beim Vorbeifahren mit einer kleinen Sehnsucht auf das Rollfeld zu den Fliegern geschaut habe, überkam es mich mit einem mal sehr – das Gefühl der Traurigkeit, die Insel Palawan zu verlassen, die uns für 5 Monate eine wunderschöne, abenteuerliche und friedvolle Heimat gewesen war.

Zur Zeit lese ich ein Buch, welches von etwas handelt, das schon über 30 Jahre zurückliegt. Es geht um den Kirchlich Diakonischen Lehrgang (KdL) in der Stephanus Stiftung in Berlin Weissensee, in dem ich einen Teil meiner Diakonenausbildung ab 1977 absolviert habe. Vor unserer Abreise entstand als Projekt meiner Schwestern- und Brüderschaft des Johannesstifts ein Buch, um das Vergessen dieser Phase unserer Gemeinschaft zu verhindern, die für Hunderte dort Ausgebildete sehr wichtig war. Ich durfte bei der Entstehung dieses Buches mit helfen und aus der Tastatur von Margit Herfarth entstand „Diakon wurde man, weil man anders war“. Der darin nachzulesende Rückblick auf die Jahre zwischen 1952 und 1991 hat viel mit meinem Leben zu tun und deshalb nimmt er so viel Platz am Beginn dieses Blogbeitrages ein (wer die Gelegenheit hat, das Buch mal in die Hand zu nehmen, wird darin auch einige Zeitzeugenzitate von mir finden, die mir ob ihrer Ausdrucksform zwar etwas genant sind, aber dazu stehe ich: Gesagt ist gesagt ;-).

Dieser Rückblick veranlasst mich, jetzt noch einmal einen kleinen Rückblick auf die Zeit in Palawan zu starten.

Beginnen möchte ich beim Verkehr.

Dieses Thema hatte ich ja öfters in meinem Blog behandelt. In meiner Erinnerung wird bleiben, dass es meist sehr entspannt war. Selten fährt man schneller als 70 km/h, alle nehmen auf einander Rücksicht, links abbiegen bzw. aus einer Einfahrt kommen bei hohem Verkehrsaufkommen ist gar kein Problem, denn schon bald kommt jemand, der extra für einen anhält und auch der Gegenverkehr hält bereitwillig an, so dass man sich in den Verkehr einfädeln kann. Man muss nur bereit sein, zu akzeptieren, dass die Verkehrsregeln, Verkehrszeichen und Straßenmarkierungen eher „Guidelines“ sind, wie mir eine US Amerikanerin erklärte. Und Hupen ist keine Form der pädagogischen oder rechthaberischen Maßregelung der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern ein freundliches „Aufsichaufmerksammachen“. Allerdings schränke ich nach unserem gestrigen Ausflug mit dem Taxi vom Hotel zur Innenstadt von Cebu und zurück ein, dass diese Erfahrung wahrscheinlich wirklich nur für die Insel Palawan gilt!

Autofahren kann man natürlich nur, wenn man einen fahrbaren Untersatz hat. Über unseren Van habe ich ja schon an anderer Stelle geschrieben, er hat uns Weihnachten verlassen. Wir hatten jetzt im Januar einen kleinen Allrader (Suzuki Jimny), der uns gute Dienste geleistet hat (auch in unserer Gabuco Road, die durch die häufigen Regenfälle immer mehr den Charakter eines Flussbettes bekommen hat). Wir sind in den letzten 14 Tagen noch über 800 Kilometer (das ist für eine eher kleine Insel wie Palawan viel) durch die Insel gefahren.

Einer unserer Ausflüge führte uns nach Aborlan. Dort studiert der Mann der Nichte meiner Frau. Es liegt im Süden der Insel, den wir bisher wegen der Reisewarnungen noch nicht besucht hatten. Auf dem Weg dorthin fährt man durch wundervolle Akazienwälder und bei einem Stop trafen wir 2 Männer, die mit dem ursprünglichen Transportmittel, dem Wasserbüffel mit Schlitten, unterwegs waren.

img_6560

Ein weiteres Thema sind die Tiere, die uns begegnet sind. Neben den Wasserbüffeln waren es vor allem kleine und ganz kleine Tiere, an die ich mich erinnern werde. In unangenehmer Erinnerung bleiben die Hunde und Hähne, die in unserer Nachbarschaft ständig abwechselnd um die Wette kläfften und krähten. Bei einem unserer letzten Besuche in der Mall in der Malvarroad konnten wir sogar einem Hahnenkampf (von Ferne) zusehen. Gern denke ich an die Begegnungen mit den verschiedenen Echsen zurück, den kleinen Butikis, den mittleren Tokkos sowie den großen Waranen, die einfach nur interessant zu beobachten waren. Vor Caroliens Zimmer konnten wir sogar live verfolgen, wie ein Tokko einen Frosch gefangen hatte und verspeisen wollte. In meinem Bad fand ich eines Morgens einen Skorpion und von den Spinnen gibt es hier im Blog auch schon Bilder. An die Insekten denke ich eher nicht so gern zurück, auch weil die Moskitos als Träger der Malaria eben nicht nur durch ihre Stiche bemerkbar sein können. Jemand aus unserem Bekanntenkreis hat während unseres Aufenthaltes Malaria bekommen, doch er konnte rechtzeitig behandelt werden und jetzt geht es ihm wieder gut. Viele Vögel sowie die unzähligen Meerestiere bleiben dagegen gern in meinem Gedächtnis mit Palawan verbunden.

Backen ist ein Thema, welches mir als Enkel und Neffe etlicher Bäcker wichtig war. Nachdem ich es endlich geschafft hatte, die israelische Hefe mit dem philippinischen Mehl zum Gehen zu bringen, kam ich mit der Hitze in unserem Gasbackofen nicht klar. Lange dachte ich, das hiesige Gas würde die notwendige Hitze nicht erzeugen können, bis ich zum Ende begriff, dass die Einstellung des Reglers einfach da, wo ich die kleinste Wärme  vermutete, die größte Hitze erzeugte. Die Abschiedspizzen sind jedenfalls gelungen.

Die Begegnungen mit vielen Menschen zählen für mich zum Wesentlichsten unseres Aufenthaltes auf Palawan. Dazu zählen die Freunde und Familie der Nichte meiner Frau, die uns hier bei allem begleiteten, halfen, anregten und mit uns sprachen. Dazu gehören die Menschen in der Schule, die unsere Kinder in dieser Zeit besucht haben. Dazu zählen die Menschen in den Gottesdiensten, die wir in Bahile, in der Kathedrale und zum Ende im Canvas Hotel besucht haben. Aber auch die Begegnungen auf der Straße, in Cafes und Restaurants, in Läden und Malls, beim Arzt und in Behörden waren meist wunderbar und bleiben mir in so guter Erinnerung, dass ich sie bald vermissen werde.

Ein besonderes Abenteuer war eine Übernachtung im Navacopahport, bei der die Nachtluft erstaunlich frisch war. Vor der Nachtruhe gab es ein typisches gemeinsames philippinisches Abendessen und die Stimmung im Dschungel war sehr beeindruckend.

Diesem Spruch bin ich auf der Herrentoilette einer Schule begegnet. img_2555

Sinngemäß übersetze ich es mit: Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg.

Zum Ende unseres Aufenthaltes wurde die Lichtenbergfahne, die im Treppenhaus hing (ein Reiseabschiedsgeschenk unserer Berliner Nachbarn) eingeholt.  img_2599Alles gekaufte Mobiliar sowie der Hausrat wurde auf einem Transporter verstaut und zum Navacopahport gebracht.

Das letzte Wochenende verbrachten wir im Microtel von Puerto Princesa. Dort wollten wir uns in Ruhe auf die bevorstehenden Flüge einstellen und von Palawan Abschied nehmen.

img_2643

Bei diesen Tieren im Hotelzimmer braucht man natürlich keine Sorgen zu haben. Und auch das Wetter zeigte sich bei Sonnenauf- und untergängen von seiner besten Seite.

Dieses Hängemattenfoto sende ich als Gruß an die lieben Kolleginnen im Meldewesen 😉img_2635

Ich habe es also wieder getan.

Am 29.Januar war dann der Abschied von Palawan.

Der Flieger nach Hongkong musste wegen des Ausbruchs vom Vulkan Mayon einen Bogen fliegen.

2018 – Willkommen!

Nachdem das neue Jahr gut zwei Wochen jung ist und weil es draußen regnet, werde ich euch über unsere Erlebnisse seit meinem letzten Blogbeitrag berichten.

Beginnen will ich mit unserem Weihnachtsessen. Nachdem ich in etlichen Nachrichten aus Deutschland immer wieder über Gänsekeule, Rotkraut und Klösse gestolpert bin, überkam mich auch das Bedürfnis nach einem solchen weihnachtlichen Mahl. Da unsere Möglichkeiten, uns so etwas selbst zu bereiten, hier zu begrenzt sind, versuchten wir es auswärts. Leider war nichts zu finden. Deshalb besuchten wir Bruno’s, eine Gaststätte mit angeschlossenem Deliktessenladen, die von einem Schweizer und seiner philippinischen Frau betrieben wird und aßen Schnitzel. Der Text auf dem roten Schild lautet frei übersetzt: „Wir haben kein WLan  — redet miteinander (stellt euch vor, es ist 1980“.

Dann kam Besuch aus Deutschland. Die Eltern und Geschwister von Tabea (die Nichte meiner Frau, die hier den Navacopahport managed) kamen nach Palawan, um gemeinsam Weihnachten, eine Hochzeit und Silvester zu feiern. Da die Familie meiner Schwägerin äußerst musikalisch ist, die Streichinstrumente aber nicht noch ins Fluggepäck gepasst haben, gab es einen „Deal“ mit einer hiesigen Musikschullehrerin. Für den Verleih der Instrumente gab es einen deutschen Beitrag zum 10jährigen Musikschuljubiläum der Palawan State University.IMG_2020Um die Tage zusammen zu verbringen, reisten alle zu einem wundervollen Platz  70 km nördlich von Puerto Princesa nach Tonyings, ein Selbstversorgerhaus mit genug Platz zum feiern. Am heiligen Abend gestalteten die Anwesenden eine Christvesper (in deutsch, englisch und auf Tagalog), bei der es sogar ein Krippenspiel zu sehen gab.IMG_2074

Danach gab es ein Weihnachtsessen, zu dem wir Heines Kartoffelsalat und Wiener beisteuerten.photo_2017-12-25_13-55-11

Nach Weihnachten wurde in dieser traumhaften Umgebung geheiratet. Tabea und Bong gaben sich das Ja-Wort (in englisch, deutsch und auf Tagalog).DCIM100GOPRO

Silvester verbrachten wir Erwachsenen hier in Puerto Princesa und die jungen Leute im Urwald. Dieses Bild zeigt eigentlich fast nichts, aber das war unsere Sicht von der Terrasse auf das Feuerwerk zum Jahreswechsel. Es wurde geknallt, aber wesentlich weniger als in Deutschland. Dafür hatte man den Eindruck, als ob alle jungen Männer die Schalldämpfer von ihren Motorrädern und Mopeds entfernt haben und damit die Straßen auf- und abfahrend Krach erzeugte.IMG_2222Gemeinsam erlebten wir in dieser Zeit (am Rande) drei tropische Regenstürme  (Urduja/Kai-Tak, Vinta/Tembin, Agaton/Bolaven), was den Abflug der Schwagersleute erheblich verschob.

Im neuen Jahr machten wir unseren Neujahrsspaziergang zum Irawan Eco Park. Hier gibt es mehrere Orte, an denen Baumpflanzaktionen stattfinden und ein Ranger erzählte uns vor Ort, dass er aufpasst, dass die Natur und Wasserressourcen für die kommenden Generationen bewahrt werden.IMG_2239

In der vergangen Woche haben wir uns vom Schuldirektor des Life College, auf dem Jim und Carolien die letzten 5 Monate gewesen sind, verabschiedet, da er jetzt eine Gruppe von Schülern zur Global Citizenship Class durch etliche Länder Südostasiens begleiten wird und wir bei seiner Rückkehr schon weiter gereist sein werden. Beim Verlassen des Schulgebäudes fiel mir das folgende Plakat auf, welches sicher die Schülerinnen und Schüler motivieren soll:IMG_2268Sinngemäß übersetzt heißt es:

Ich kann! Die 8 Einstellungen der Verantwortlichkeit

1. ausgezeichnete Entscheidungen treffen

2. Verantwortung übernehmen

3. eine positive Einstellung haben

4. tun, was getan werden muss

5. beteiligt sein

6. arbeite an mir

7. diene anderen

8. bin Anführer.

Ich wünsche den jungen Menschen viel Glück und Energie sowie Gottes Segen dabei!

Anfang der letzten Woche konnten wir auf unserem Grundstück einen Bindenwaran beobachten. Er war ca. 120 cm lang und damit das bisher größte Tier, das uns besucht hat. Vermutlich hatte er es aber auf die Hühner und ihre Eier in der Nachbarschaft abgesehen.

Carolien und Jim besuchten am Samstag eine fantastische Wasserwelt in der Kamia Bay, die 30 km südlich von Puerto Princesa liegt und die ganz neu eröffnet worden ist. Wer das Spiel Super Mario kennt – daran fühlte ich mich beim Zuschauen erinnert. Den Beteiligten hat es viel Spaß gemacht.IMG_2274

Inzwischen haben wir Besuch von meinem Bruder und seiner Frau erhalten. Gestern waren wir mit ihnen den Olangoan Wasserfall besuchen.

Im frischen Süßwasser konnten wir uns nach der etwas schweißtreibenden Wandung herrlich erfrischen.

Mit diesem Bild von mir auf einer schwankenden Brücke möchte ich mich für heute verabschieden.IMG_6436

Vorweihnachtlicher Tropensturm Tembin, hier genannt ‚Vinta‘

Ihr Lieben,

vielen Dank für die zahlreichen Weihnachtswünsche und Grüße!

Wie ja einige von euch mitbekommen haben, heißt Weihnachtszeit hier in Südostasien auch Zeit der Tropenstürme. Nachdem am 3. Advent der Sturm Urduja (sein internationaler Name ist Kai-Tak) die Insel Palawan nicht direkt getroffen hat, kam nun zum Weihnachtswochenende der Tropensturm Vinta (gesprochen wie Winta, als ob ein Berliner Winter sagt 😉) direkt auf Palawan zu.

Diese Nachricht erhielt ich gestern Nachmittag mit einem furchtbaren Signalton auf meinem iPhone. Übersetzt heißt es sinngemäß, dass der Sturm Vinta das Festland von Palawan bei der Insel Balabac (die liegt im Süden von Palawan) erreichen und zwischen 22 Uhr und 12 Uhr aktiv sein wird. Es wurde vor Sturmfluten und Erdrutschen gewarnt.

Es gab bei uns hier 70km nördlich von Puerto Princesa (wo wir mit der Familie von Claudias Schwester über die Feiertage sind) ziemlich starken Wind & Regen und über der Sulusee waren Gewitter zu sehen. Das löste schon eine gewisse Anspannung bei mir aus 🤔😬🙄, auch weil in den News von vielen Toten auf Mindanao zu lesen war und der Sturm an Intensität zugenommen hatte.

Dieser Karte kann man den Weg des Sturms entnehmen. Wir befanden uns also ca. 300 km nördlich von seiner Route. Wir haben die Nacht also alle überstanden, es geht uns gut und wir sind jetzt gespannt auf Weihnachten auf Palawan.

Ausflug zu einem (neuen) alten Weltwunder der Natur nach Sabang

Wenn man im Internet in einer Suchmaschine nach Sehenswürdigkeiten in Puerto Princesa oder Palawan sucht, landet man ziemlich schnell beim Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark. Da sich dieses Naturweltwunder nur 70 km von uns entfernt befindet, wollten wir es vor dem Einsetzen der großen Touristenströme ab Mitte Dezember besuchen.

Weil unser Auto mal wieder in der Werkstatt steht, buchten wir ein Komplettpaket über diese Internetseite. Der Besitzer holte uns persönlich ab und wir freuten uns sehr, mit jemandem auf deutsch reden zu können, der sich hier sehr, sehr gut auskennt und die Veränderungen der Insel aus eigener Erfahrung beschreiben kann.

Auf der Straße nach Sabang (die erst seit einigen Jahren befestigt ist) gab es am Buenavista einen ersten Stopp. Hier hat man einen wunderschönen Blick über die Ulugan Bay. Außerdem bekommt man frischen Bukosaft (grüne Kokosnuss), der lecker schmeckt und außerdem gesund sein soll.

Einen zweiten Stopp legten wir kurz vor Sabang ein, weil es dort die Elefantenhöhle zu sehen gibt. Bevor man zu ihr kommt, muss man aber erst an diesem Wasserbüffel vorbei, der aus der Nähe ganz schön riesig ist mit seinen langen Hörnern.

Dann erreichten wir das Bambua Nature Cottages, in dem wir für den Aufenthalt in Sabang unser Quartier gefunden hatten.

Der Besitzer, der vor 30 Jahren Deutschland verlassen hat, war während der ersten siebzehn Jahre seines Aufenthaltes hier Reisfarmer. Grund für mich, mir die Reispflanzen mal anzuschauen, denn Reiskörner kannte ich bisher nur aus der Packung…

Am Nachmittag erkundeten wir eine erste Sehenswürdigkeit von Sabang, nämlich den Mangrovenfluss mit einem Paddelboot unter Leitung einer kundigen Reiseführerin und gesteuert von einem fleißigen Paddelmann. Wir sahen viele Tiere in freier Wildbahn, die es aber leider nicht auf die Fotos geschafft haben 😄 Ich bin ordentlich von Moskitos und Nikniks gebissen worden, aber immer noch besser, als wenn es Krokodile gewesen wären. Das letzte Krokodil wurde hier wohl vor 10 Jahren gefangen.

Am nächsten morgen ging es in aller Frühe zum Fährableger, damit wir vor dem ab 10 Uhr einsetzenden Touristen- und Tagesausflüglerstrom das Weltwunder des Untergrundflusses in aller Ruhe besichtigen können. Die Organisation unseres Gastgebers war wirklich perfekt und ich kann euch nur raten, wenn ihr mal hier in der Gegend seid, verlasst euch auf ihn! Und bucht besser gleich mehr als eine Nacht, ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Die Überfahrt zum Underground River dauerte ca. 20 Minuten und führte über hohe Wellen am schönen Strandpanorama von Sabang entlang. Der Berg im Hintergrund heißt „schlafender Riese“, weil man gut die Stirn, die Nase, das Kinn und vor allem den Bauch erkennen kann. Am Strand angekommen gab es wilde Affen zu sehen, denen wir uns aber laut Ratschlag des Bootsführers nicht nähern sollten, da ihr Verhalten auf Grund früherer Erfahrungen mit Menschen aggressiv sei.

Vom Strand ging es ein kurzes Stück durch den Regenwald zum Eingang des Nationalparkes. Hier war alles sehr gut organisiert. Wir erhielten Helme und Audioguides (in deutsch!) und dann ging es auch schon los in einem Boot, welches von einem äußerst witzigen Bootsführer gesteuert wurde. Als wir den Eingang der Höhle durchfahren hatten, wünschte er uns eine gute Nacht und versprach eine ruhige Reise bis zum nächsten morgen. Dann allerdings zückte er eine Taschenlampe und wies uns auf die einzelnen Sehenswürdigkeiten hin (während im Kopfhörer Wissenswertes zur Höhle, ihrer Entstehung, Entdeckung und Erforschung zu hören war). Viele der Sehenswürdigkeiten haben christliche Namen wie heilige Familie, letztes Abendmahl, Kreuztuch…

Nach der Tour konnten wir im Nationalpark auch noch Affen und Warane beobachten.

Zum Abschluss des Tages hatten wir uns noch einen Ausflug zum Wasserfall vorgenommen. Der Weg dahin war zwar äußerst steinig, aber es hat sich auch gelohnt, denn wir konnten im frischen Süßwasser (Freshwater) herrlich mit Blick auf das Meer baden. Außerdem war es ein reiner Hotspot, um mit Touristen u.a. aus Gelsenkirchen und Kalifornien ins Gespräch zu kommen.

Adventszeit auf Palawan

Ihr Lieben,

nach meinem letzten Blogbeitrag wurde ich öfter nach den Adventsbräuchen auf den Philippinen gefragt. Gar nicht so einfach, wenn ich das, was ich hier erlebe, mit deutschen Bräuchen zu vergleichen versuche.

Es gibt keinen Adventskalender, keinen Adventskranz, keine Schwibbögen, keine Herrnhuter Sterne – sowieso keine Dunkelheit und Kälte wie im deutschen Winter. Wir haben nämlich beim Lesen unseres aus der Heimat mitgebrachten Adventskalenders festgestellt, dass es darin oft um Themen wie Kälte, Dunkelheit, Zusammenrücken, Kerzen, Wärme geben geht. Das ist für die Menschen hier eher kein Thema 😉

Aber was gibt es? Immerhin befinden wir uns im einzigen christlichen Land Asiens (90% der Bevölkerung gehören einer christlichen Glaubensgemeinschaft an).

Es gibt den Weihnachtsbaum:

Dieses schöne Exemplar steht in Puerto Princesa am Baywalk und wurde vom Bürgermeister am 1. Dezember feierlich beleuchtet. Dazu gab es ein Volksfest und Feuerwerk. Wir konnten uns aufgrund der Witterungs- und Verkehrsverhältnisse an dem Abend nicht zu einem Besuch entschließen und waren erst am 1. Adventssonntag dort. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Kathedrale, in der wir einen Adventsgottesdienst besuchten, der uns in vielem an heimatliche Gottesdienste erinnerte.

img_1832

Immaculate Conception Cathedral

Auf dem Rückweg war es Dunkel und so kam der Vollmond besonders gut zur Geltung.

img_1833

Vollmond links, Straßenlaterne rechts.

Mit ein bisschen Fantasie kann man sich darunter auch einen Weihnachtsmarkt vorstellen, den es so natürlich hier nicht gibt.

Am 6. Dezember kam auch kein Nikolaus, sondern der wird erst in der Nacht zum 25. Dezember kommen. Aber vorher wird es schon das „Christmas Caroling“ ab dem 16. Dezember geben (wenn ich es richtig begriffen habe, ist das eine Aktion der Schulen/Schüler, die den Sternsingern in Deutschland vergleichbar ist) und dann beginnt im Prinzip Weihnachten (9 Tage lang).

Am heiligen Abend gibt es keine Geschenke, sondern man hängt Socken auf und die Familien treffen sich am 25.Dezember, um Zeit miteinander zu verbringen, Geschenke auszutauschen und miteinander zu essen.

Den Weihnachtsmann gibt es hier natürlich auch:img_1966Was uns immer wieder erstaunt, ist die Tatsache, wie lange die Läden selbst an Feiertagen geöffnet sind:img_1965

Im Internet habe ich eine schöne Zusammenfassung der philippinischen Weihnachten auf englisch gefunden, die ihr hier nachlesen könnt.

Ein Vierteljahr auf Palawan

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist der erste Advent,img_1816 draußen sind es 31° und wir haben blauen Himmel.

Fotos vom weihnachtlich geschmückten Rathaus von Puerto Princesa City

Jetzt sind wir ein Vierteljahr auf der Insel Palawan und mich überkam das Bedürfnis, ein Resümee zu ziehen. Aber das ist leichter gedacht, als getan. Denn da gibt es so einen kleinen Schalk in meinem Hinterkopf, der mich ständig auf die schwierigen Aspekte des hiesigen Lebens hinweisen will. Ist das der „BesserWossi“ in mir?

Das fängt mit dem Warten an: Warten, dass die Daten endlich mal durch das Internet trudeln, Warten an der Kasse, weil die Verkäuferin den Kreditkartenbeleg dreimal ausdruckt, zweimal beschriftet und dann auch noch von Hand in die Kasse eingibt, Warten in der Gaststätte auf das Essen, weil der Pizzaofen wohl zu klein ist, um alle Pizzen gleichzeitig zu backen…

Und dann das Bauen: überall sind unfertige Häuser zu sehen und ich frage mich, bauen die Menschen weiter, wenn sie wieder Geld haben, wenn die Baustoffe günstig erhältlich sind, wenn sie die Lust am Bauen überkommt? Die dicht bei unserem Haus vorbeiführende North Road wird zur Zeit verbreitert und bekommt Kanalisation und Fußwege. Wenn ich den Bauarbeitern zusehe, sind sie wirklich fleißig und arbeiten tagtäglich hart in dieser Hitze. Aber die dicken Betonkanalisationsröhren werden unter den Betonfußwegen verlegt, die zur Stabilität ein Stahlgeflecht in sich haben. Was, wenn mal eine Röhre bricht? Dann muss sicher der Presslufthammer ran… Aber – naja – zum Thema Bauen / Straßenbau muss ich als Berliner sicher nicht auf dem hohen Ross sitzen. Wie oft werden unsere Straßen von der Telekom aufgebuddelt, verschlossen und 10 Tage später von den Wasserbetrieben erneut geöffnet.

Es gibt so viele Themen, es lohnt sich zum Beispiel nicht, Handynummern von Einheimischen ins Adressbuch zu speichern, weil sich diese sowieso wöchentlich ändern (warum?, vielleicht, weil es einfacher/billiger ist, sich jedesmal, wenn das Guthaben alle ist, eine neue SIM-Karte mit Promoguthaben zu besorgen?).

Aber sind die Menschen deshalb unglücklich bzw. unzufrieden? Manche vielleicht, wir haben uns im „Paradies ElNido“ mit einigen Philippinos unterhalten, die die Zustände hier im Land nicht aushalten (als Gründe werden dann folgende Themen genannt, mit denen ich allerdings bisher nicht in Berührung kam: Korruption, Langsamkeit, Desorganisation, Unzuverlässigkeit…) und deshalb im Ausland arbeiten (USA, Hongkong, Europa, Arabische Emirate, u.s.w.) und von dort viel Geld an die Familien zu Hause schicken und zum Urlaub dann natürlich in die Heimat reisen. Laut Wikipedia leben 10% aller Philippinos im Ausland (über 10 Millionen).

ABER: diejenigen, die hier bleiben, wirken nicht unzufrieden oder unglücklich. Egal, wo ich jemandem begegne und ins Gesicht schaue – ich erhalte ein freundliches Lächeln. Das habe ich in Deutschland eher selten erlebt 🙂

Wenn die oben genannten Dinge überhaupt für jemanden ein Problem sind, dann für mich, der nur auf Zeit hier ist, der genug Geld hat, um sich im Supermarkt europäische Nahrung zu kaufen, der seine Interneterwartungen aus einem Berliner DSL 50 Anschluss speist und der eigentlich zu groß gewachsen ist für Tricycles und Multicabs.

Und dann werde ich demütig und mir fällt die Anekdote von Heinrich Böll zur Senkung der Arbeitsmoral ein.

Fotos vom blauen Himmel hier und von schönen Pflanzen

Wir planen inzwischen schon die nächsten Etappen unserer Reise. Die Unterkunft in Sydney ist gebucht, ebenso das Quartier für die Ankunft in Auckland sowie das Auto für die Zeit in Neuseeland.

Jimmys Sprachschulzeit und Freiwilligeneinsatz in Costa Rica sind auch verabredet.

Für die Quartiersuche in Canada müssen wir erst noch eine Gastschule für Caro finden, um zu wissen, wo wir uns dort ansiedeln werden, aber in einem Forum zu Ostcanada chatte ich schon eifrig mit Torontarians.

Hilfe für Navacopah

Neben unseren ganz persönlichen vielfältigen Erlebnissen erfahren wir auch von anderen Menschen, die hier leben, arbeiten, helfen und sich sehr für die Verbesserung der Lebenssituation der ärmsten Menschen engagieren. Claudias Nichte baut für die Kinder des nahe gelegenen Dorfes Salvacion einen Zufluchtsort auf- zusammen mit vier Freiwilligen aus Deutschland und fünf jungen Filipinos. Auf das Projekt Navacopah Port hatte ich in einem früheren Blogbeitrag schon mal kurz hingewiesen und möchte es nun aus gegebenem Anlass wiederholen.

https://www.navacopah.de/projekte

Die neuesten Ergebnisse dieser teils sehr schweren Arbeiten unter schwierigen Bedingungen konnten wir am Wochenende sehen, als wir nach längerer Regenzeit wieder zu Besuch waren. Leider war der Weg ins Projekt noch so matschig, dass ich mein Smartphone nicht zum Fotografieren herausgeholt habe. Von uns gibt es daher heute keine aktuellen Fotos, aber wir möchten gern an dieser Stelle durch Verbreitung der Informationen unterstützen und euch in das Projekt hineinnehmen.

Aktuell werden Spenden gebraucht, um den Landkauf abschließen zu können. Das ist eine gute Möglichkeit, einmalig eine tolle Sache zu unterstützen. Vielleicht hat der eine oder die andere noch nach einer Idee gesucht? Hier ist sie. 🙂 Zum konkreten Spendenaufruf geht es hier: https://shoutout.wix.com/so/2Lx3ikPN?cid=9e9d618f-eeed-43ae-b2f8-f4e3ae45a5c3#/main

Hier folgen einige Fotoimpressionen von Navacopah’s Instagram und Facebook Seiten.

Scuba-Diving ohne Tauchschein

Nachdem ich schon öfter beim Schnorcheln die wunderschöne Unterwasserwelt hier rund um Palawan bewundern konnte, wuchs in mir der Wunsch, es doch auch einmal mit dem Tauchen zu probieren. Da ich bisher davon ausging, dass dazu ein Tauchschein erforderlich ist, kam ich gar nicht auf die Idee, meinen Wunsch zu realisieren. Doch dann las ich an einem Laden in El Nido im Schaufenster die Frage, hast du schon immer davon geträumt, wie es ist, unter Wasser schwerelos zu schwimmen und zu atmen?

Ich betrat den Laden und fragte nach dem Angebot und ob es eventuell einen deutschen Tauchlehrer gibt. Ein französischer Tauchlehrer informiert mich in englisch und verneinte die Frage nach einem deutschen Tauchlehrer. Allerdings gäbe es einen Holländer, der auch deutsch könne. Na, das passte ja prima, da ja Niederländisch meine zweite Sprache ist. Und so meldete ich mich einige Zeit später wieder dort, unterhielt mich mit dem Mann aus Haarlem und fasste den Entschluss, am nächsten Tag das Tauchen zu probieren. Ich wurde vermessen (für den Anzug) und gebrieft (für eine kleine Prüfung) und sollte mich am nächsten Tag um 7:30 wieder dort einfinden. Dass ich in der Nacht etwas unruhig schlief, könnt ihr euch sicher vorstellen.

Nach einer kleinen Prüfung zum Verhalten unter Wasser, zum Druckausgleich, zum Umgang mit den Geräten und zum Kontakt zum instructor (mein persönlicher Tauchbegleiter) ging es auf das Schiff. Mit mir kamen noch 7 Menschen aus allen Ecken der Welt (alle hatten mehr Erfahrung als ich). An Bord zog ich den Taucheranzug an und wurde beim Trockentraining im Umgang mit dem Mundstück, der Weste und den Geräten unterwiesen. Auch eine klitzekleine Einführung in die Tauchersprache gab es (denn unter Wasser kann man ja nicht reden). Nachdem mein instructor Win (kommt von dem Namen Windel) das Gefühl hatte, ich habe es begriffen, ging es ins Wasser. Zuerst ins flache, da ich dort noch einmal zeigen musste, dass ich alles verstanden habe (wie puste ich Wasser unter Wasser aus dem Mundstück, was mache ich, wenn ich das Mundstück aus dem Mund verloren habe, wie fülle und entleere ich die Tauchweste – und kann damit meine Tauchtiefe regulieren, wie drücke ich Wasser aus der Taucherbrille, mit welchen Zeichen signalisiere ich, dass alles ok ist oder ich ein Problem habe). Danach ging es direkt los…

Der erste Tauchgang dauerte ungefähr 40 Minuten. Zum zweiten Tauchgang sprang ich direkt von Bord im Stehen ins Wasser.

Wir sahen unter Wasser wirklich viel mehr, als ich mir je vorgestellt hatte – es war wie im Film, bloß, dass ich mittendrin war.

Es war für mich wirklich ein unvergessliches Erlebnis…stolzer Selfie in der Pause

…und ich hoffe, dass ich die Meeresbewohner nicht zu sehr gestört habe.91376722-650d-4db1-8d7c-35c5ba93b0ba